„Etwas Anderes als Schule“ – Lesungsreihe

Donnerstag, den 17.01.13 im Caledonian-Café in der Silberlaube

n Kooperation mit den Kritischen Lehrer_innen (http://kritischelehrerinnen.blogsport.de/) veranstalten wir an diesem Donnerstag, den 17.01.13 ab 16 Uhr eine Lesung zu schulfreiem Lernen im Caledonian-Café in der Silberlaube, das sich im Raum JK 29/231 befindet. Das wird ein richtig spannender und informativer Lesenachmittag und wir würden uns freuen, wenn ihr vorbeikommt. Hier der vollständige Vorstellungstext zu der Veranstaltung:

„Willkommen im Knast“ – so begrüßt die Kinderrechtsgruppe KRätZä auf einem Flyer die Neuen in der Schule. In den 90er Jahren haben die KRätZä – KinderRächtsZänker – einen Menschenrechtsreport herausgebracht, in dem sie darstellen, welche Menschenrechte in der Schule nicht gelten: Allen voran das Recht auf Freizügigkeit. Schule ist ihrer Meinung nach eine illegitime Freiheitsberaubung.


Der Mainstream der Erziehungswissenschaft hingegen rechtfertigt die Schulpflicht als historische Errungenschaft: Mit der Durchsetzung der Schulpflicht sei Analphabetismus und Kinderarbeit in Deutschland abge-schafft worden. Und viele Kinder seien der Gewalt in ihren Elternhäusern für eine gewisse Zeit entkommen. Gewerkschafter_innen sehen in der Schulpflicht zumeist eine sinnvolle Regel, die verhindere, dass die Gesellschaft weiter auseinanderdriftet, dass sich die reichen und gebildeten Familien weiter von der Restbevölkerung absetzen.

Sicher gibt es wenige Themen, bei denen die Diskussion ähnlich gro?e Wellen schlägt, wie wenn es jemandem einfällt, den Sinn von Schulpflicht in Frage zu stellen. Die drei Autor_innen dieser Lesereihe tun dies unisono. Das ist eine Gelegenheit große gesellschaftliche Fragen zu diskutieren: Wie lässt sich gesellschaftlicher Zusammenhalt organisieren, wenn nicht mehr auf Zwangskollektivierung zurückgegriffen werden kann? Wo bleiben die Abgehängten und Marginalisierten, wenn alle anderen sich aus der kriselnden Schule zurückziehen?

Anke Caspar-Jürgens: Lernen ist Leben.

Vier Jahre lang lebte in Deutschland etwas, das es nach dem Willen der Behörden nicht geben darf:
ein völlig freies und selbstbestimmtes Lernprojekt für Kinder. Die »Temenos-Lerngruppe« (temenos, griech.: »geschützter Raum«) existierte, weil die beteiligten Kinder, Eltern und ihre Begleiterin es so wollten -
und weil die Beteiligten Wege fanden, sich ihren persönlichen Raum jenseits behördlicher Eingrenzung zu nehmen,
in dem ganz neue Lernerfahrungen aufblühen konnten. In Ihrem Buch beschreibt Anke Caspar-Jürgens die aufregende Zeit, in der sie in Bayern das vierjährige Temenos-Lernprojekt begleitete.
Wenn dieses Modell, jetzt Familienschule genannt, in der deutschen Bildungslandschaft einen Platz finden würde, ließen sich viele Probleme lösen, die aus dem bisher nicht umsetzbaren Wunsch nach selbstbestimmter Bildung entstehen.
Der persönliche Erfahrungsbericht wird ergänzt durch eine Kritik der Schwachstellen der aktuellen Bildungspolitik.“