Tipps und Tricks für Studienanfänger_innen

Wo kann ich am besten sparen?

Der Verschwendung vorbeugen, beim Reisen sparen, Papierkram bezwingen: Vier Tipps für mehr Geld – und ein gutes Gewissen.

1. Sich selbst austricksen

Jeden Monat ein bisschen Geld beiseitezulegen klingt nach einem guten Plan. Er scheitert jedoch oft an teuren Verführungen in Einkaufspassagen oder dem zehnten Chai Latte. Das Sparen klappt besser, wenn man sich den Zugriff auf sein Geld künstlich erschwert, zum Beispiel indem man den entbehrlichen Teil vom Girokonto holt und auf ein Tagesgeld- oder Festgeldkonto schiebt.

Eine Alternative zum Festgeld ist es, mit einem Bausparvertrag langfristig auf Immobilien zu sparen. In der Regel ist das Geld dann für sieben bis zehn Jahre nicht verfügbar. Mehr als 20 verschiedene Bausparkassen mit über 150 Tarifangeboten gibt es. Bei einigen reichen schon kleinere Beträge wie 30 Euro, die man so lange einzahlt, bis die Mindestsparsumme erreicht oder die Vertragslaufzeit beendet ist. Neben den Zinsen kommt man durch staatliche Zulagen wie die Bausparprämie auf Renditen von bis zu fünf Prozent.

2. Billiger Reisen

Wer vom Reisevirus infiziert ist, braucht Geld. Immerhin kann man mit ein paar einfachen Maßnahmen einige Kosten vermeiden. Bei manchen Kreditkarten fallen zum Beispiel die Gebühren an ausländischen Bankautomaten weg. (So etwa bei der Barclaycard für Studenten. Im ersten Jahr ist sie gratis, ab dem zweiten Jahr kostet sie 12 Euro.)

Mit dem Internationalen Studentenausweis ISIC sind Museumsbesuche und Hostelübernachtungen im Ausland günstiger. Manchmal lohnt auch ein Blick in die Nachbarländer: Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben zum Beispiel oft ein Kontingent an preiswerten Bahntickets für Deutschland.

Auf Internetplattformen wie statravel.de oder skyways.de gibt es Flüge mit Studentenrabatt. Die sind aber nicht automatisch preiswerter als Billigflugangebote, man muss also trotzdem vergleichen. Mit »World Wide Opportunities on Organic Farms« (wwoof.org) kann man auf Bio-Betrieben in der ganzen Welt arbeiten, als Gegenleistung für den Einsatz gibt es Unterkunft und Verpflegung.

3. Mehr Bürokratie wagen

Die Bereitschaft, sich geduldig durch Papierberge zu wühlen, kann eine gute Basis sein, um den eigenen Kontostand aufzubessern. Für Bachelorstudenten kann es sich lohnen, vorsorglich Belege für Ausgaben zu Lehrbüchern, Semestertickets und Studiengebühren zu sammeln. Es könnte nämlich sein, dass man diese später rückwirkend absetzen kann, also auf den entsprechenden Betrag später keine Steuern zahlen muss. Da das jedoch noch nicht abschließend entschieden ist, bleibt zurzeit nur sammeln und hoffen.

Masterstudenten, Doktoranden und alle, die ein Zweitstudium absolvieren, können die entsprechenden Ausgaben bereits jetzt absetzen. Allerdings muss man dafür mindestens 8.004 Euro im Jahr verdienen.

Jeder Haushalt kann bei der Wohngeldbehörde der Stadtverwaltung einen Antrag auf Mietzuschuss durch das sogenannte Wohngeld stellen. Die Bedingungen sind aber kniffelig: Ein Anspruch besteht erst, sobald mindestens ein Mitglied des Haushalts nicht Student ist. Dann wird alle zwölf Monate aufwendig das Gesamteinkommen mit Mieteranzahl, Miethöhe der Wohnung und Mietniveau der Gemeinde verrechnet. Erst dann steht fest, ob es Geld gibt.

4. Ins Gewissen investieren

Mithelfen, dass die Welt auch künftig ein lebenswerter Ort bleibt – das geht nicht nur mit Spenden an Greenpeace. Auch die Wahl der Bank kann etwas bewirken. Sogenannte »ethische« Banken wie die GLS Bank, die Umweltbank, die Ethikbank oder einige Kirchenbanken verwalten das Geld der Kunden nicht nur, sie nehmen für sich auch in Anspruch, die ökologischen und sozialen Folgen der Investments zu bedenken. Sie investieren etwa in erneuerbare Energien oder in Betriebe, die ökologisch wirtschaften.

Auch bei Banken, die sich als ethisch bezeichnen, sollte man darauf achten, dass transparent ist, welche Projekte Kredite der Bank bekommen. Typischerweise sind weder Waffenhersteller noch Firmen, die Kinderarbeit nutzen, zugelassen. Bei der GLS Bank zum Beispiel legt der Kunde bei Kontoeröffnung fest, an wen die Kredite der Bank vorzugsweise gehen sollen. Er kann auch spenden, indem er auf einen Teil der Zinsen verzichtet. Die Sparzinsen erreichen nicht die Spitzenwerte herkömmlicher Banken, dafür erwiesen sich ethische Banken in der Bankenkrise als beständiger.

Quelle: Abruf am 10.10.12 http://www.zeit.de/campus/2012/05/studium-sparen-geld/seite-2