Archiv für März 2009

„Pro Reli“ stört Reli-Unterricht

Sollte der Volksentscheid Erfolg haben, wäre das wohl das Aus für manchen Religionsunterricht, der bisher an Berlins Schulen erteilt wird. Denn es fehlt auf lange Sicht an qualifizierten LehrerInnen VON ALKE WIERTH

Ein „Ja“ für den Volksentscheid „Pro Reli“ könnte zu einem „Nein“ für manche der bislang erteilten Religionsunterrichte werden. Denn sollte der Gesetzentwurf, der bei dem Volksentscheid am 26. April zur Abstimmung steht, in Kraft treten, müssten nicht nur neue Lehrpläne für die dann im Rahmen des staatlichen Unterrichtsangebots erteilten Bekenntnisfächer erarbeitet werden. Es würden auch andere Anforderungen als bisher an die LehrerInnen gestellt. Beides würde Religionsgemeinschaften, die an Berliner Schulen bereits Unterricht erteilen, vor erhebliche Schwierigkeiten stellen. (mehr…)

Vom Klassenzimmer zum Wohnzimmer

Baut mit dem Konjunkturprogramm die Schulen um, fordern Experten. Doch das verbietet das Grundgesetz. VON CHRISTIAN FÜLLER

MÜNSTER taz Der Lüdinghausener Bürgermeister ist konsterniert. „Was da abläuft, ist katastrophal“, sagt Rochard Borgmann. Der Chef der Kommune im Münsterland meint die absurde Tatsache, dass der Bund mit einem Konjunkturprogramm 8,5 Milliarden Euro in die Sanierung von Schulen investieren wollte – und nun bemerkt: Es geht gar nicht, die Verfassung verbietet es. „Für den Ausbau der Ganztagsgebäude besitzt der Bund laut Grundgesetzartikel 104b gar keine Zuständigkeit“, ergänzt Markus Lehrer, Sprecher des nordrhein-westfälischen Städte- und Gemeindebundes. (mehr…)

„Meine Zeit ist gekommen“

Der 34-jährige Spanier Pablo Pineda ist der erste europäische Lehrer mit Downsyndrom. Seine Mutter hatte ihn nie aufgegeben. Jetzt will er Psychopädagoge werden. VON REINER WANDLER

Es war fast eine ganz normale Unterrichtsstunde an einer Grundschule in der südspanischen Provinz Córdoba. Aber eben nur fast. Denn der 34-jährige Lehrer, Pablo Pineda, ist anders als seine Kollegen. Er hat das Downsyndrom. Als erster und einziger Europäer mit dieser angeborenen Krankheit ist er im Besitz eines Universitätstitels. Pineda hat erfolgreich in Málaga ein Lehramtsstudium abgeschlossen. Noch vier Prüfungen fehlen ihm für einen zweiten Titel, den des Psychopädagogen. (mehr…)

Schulreform mit halbem Herzen

Dem Grundschulverband gehen die Pläne des Schulsenators nicht weit genug. Die Auslese werde nicht abgeschafft

Als „halbherzigen Reformvorschlag“, der grundsätzlich am mehrfach gegliederten Schulsystem festhalte, kritisierte die Berliner Landesgruppe des Grundschulverbandes am Mittwoch die Vorschläge von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) zum Umbau der Berliner Schulstruktur. Zwar sei die Abschaffung der Hauptschulen richtig, ebenso das vom Senat formulierte Ziel einer nicht auslesenden Schule. Doch mit den jetzigen Plänen verbleibe ein mehrgliedriges Schulsystem, das dieser Zielsetzung nicht gerecht werde, so der Verband. (mehr…)

Berlin ist Stadt der Professorinnen

An Berlins Hochschulen sind Forschung und Lehre längst keine reine Männerdomäne mehr: Bereits 21 Prozent aller Professuren sind nach einer Analyse des Aktionsrates Bildung an Frauen vergeben. Damit liegt Berlin im Bundesländervergleich auf dem Spitzenplatz. Auf den Berliner Gymnasien haben Mädchen die Nase noch weiter vorn: 56 Prozent der Abiturienten sind weiblich. Der Bildungsrat, der auf Initiative der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft 2005 gegründet wurde, veröffentlicht jährlich ein Gutachten zu einem Bildungsthema. In diesem Jahr ging es darum, wer Wissen vermittelt. Sind es mehr Männer oder Frauen? Grundlage der Analyse ist die Auswertung der jüngsten internationalen Bildungserhebungen Pisa und Iglu sowie des Statistischen Bundesamtes und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. DPA

quelle: taz.de am 13.03.2009