Zöllner verprellt erneut angehende Lehrer/innen

Zöllner verprellt erneut angehende Lehrer/innen

Die Senatsbildungsverwaltung hat völlig überraschend die Bewerbungstermine für das Referendariat um zwei Monate vorgezogen. Das betrifft die August-Einstellungstermine ab 2009. Bisher war dafür Ende März Bewerbungsschluss. Das Zeugnis konnte bis Anfang Mai nachgereicht werden. Nun muss die Bewerbung bereits Ende Januar vorliegen. Entsprechend früher, nämlich bereits am 10. März 2009 endet die Frist, bis zu der die Bewerber/innen das Zeugnis ihres Ersten Staatsexamens nachreichen müssen.

Das hat zwei gravierende Auswirkungen:

Erstens können sich die Studierenden, die ihre Prüfungstermine langfristig auf den Zeitraum Februar bis April gelegt haben, nicht mehr für das Referendariat im August bewerben, sondern erst für Februar des Folgejahres. Damit verlieren sie über ein halbes Jahr, das zu den vielfach langen Wartezeiten auf einen Referendariatsplatz noch dazu kommt.

Zweitens werden die Bewerber/innen kalt erwischt, die mit dem bisherigen Bewerbungstermin Ende März ihre Höchstwartezeit von 30 Monaten erreicht hätten. Sie werden nun nicht mehr im August 2009 zwingend eingestellt, sondern erst im Februar 2010. Denn die Wartezeit endet immer am offiziellen Bewerbungstermin.

Die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: „Herr Zöllner lässt wirklich nichts aus, um angehende Lehrerinnen und Lehrer in Berlin zu verprellen. Der Lehrkräftenachwuchs für Berlins Schulen wächst nicht auf den Bäumen, sondern muss zu vernünftigen Bedingungen ausgebildet werden. Dazu gehört auch, die langen Wartezeiten auf einen Referendariatsplatz nicht noch weiter durch politische Fehlentscheidungen zu verlängern. Wir fordern Herrn Zöllner auf, die Terminverschiebung umgehend rückgängig zu machen.“

Hintergrund:

Das Durchschnittsalter der Berliner Referendarinnen und Referendare beträgt bereits 33,4 Jahre – auch aufgrund der langen Wartezeiten (Stand 1.1.2008; Senatsstatistik)

((P R E S S E E R K L Ä R U N G Nr. 31/2008 von Donnerstag, dem 5. Juni 2008 http://www.gew-berlin.de/12455.htm ))